16. Schwangerschaftswoche (16. SSW)

Willkommen in einer der spannendsten Phase deiner Schwangerschaft! Bis jetzt war dein Baby noch zu klein, um seine Bewegungen stärker spüren zu können, aber das wird sich zu Beginn des vierten Monats deiner Schwangerschaft von Tag zu Tag ändern.

 

Am Anfang wirst du es vielleicht gar nicht wirklich einordnen können, ob das, was du wahrnimmst, wirklich eine Bewegung deines ungeborenen Babys ist oder andere Ursachen hat. Aber mit der Zeit wirst du erkennen, wenn sich dein Baby bewegt. Dieses kleine, erste Flattern im Bauch ist vor allem für diejenigen Schwangeren, die ihre erste Schwangerschaft erleben, ein kleines Wunder.

Ein beeindruckendes Gefühl, das du bestimmt nie wieder vergessen wirst – sogar dann, wenn dein Kind in der Pubertät ist, das Elternhaus verlässt oder selbst Kinder bekommt. Dieser Moment der ersten, spürbaren Bewegungen des ungeborenen Kindes ist für die meisten Mütter unvergesslich, da es ein unmittelbares Zeichen eines aus großen Gefühlen geschaffenen Lebewesens ist.

Deshalb ist für viele Frauen, Schwangere und Mütter die Fortpflanzung und das Aufziehen eines Kindes oder mehreren Kindern der wichtigste Bereich des Lebens. Besonders Frauen, die ihre Schwangerschaft mehr oder weniger lange geplant haben oder sich lange ein Kind gewünscht haben, sind überglücklich über den Zuwachs. Sie genießen die Schwangerschaft in vollen Zügen, so dass das gesamte Umfeld über ihr Glück Bescheid weiß, da ihre Freude kaum zu übersehen ist.

Du bist aber trotzdem skeptisch gegenüber deiner Schwangerschaft – egal, ob sie geplant oder vielleicht eher zufällig zustande kam? Dich plagen nachts Zweifel oder möglicherweise bereust du zwischendurch deine Schwangerschaft? Dann bist du definitiv nicht allein – viele schwangere Frauen stehen während der Schwangerschaft unter enormen Druck, allen und vor allem dem Ungeborenen gerecht zu werden, wodurch auf einmal alles in Frage gestellt wird. Doch dieses Gefühlschaos gehört zu einer Schwangerschaft genauso dazu wie die körperlichen Veränderungen des weiblichen Körpers ab der 16. Schwangerschaftswoche.

 

Veränderungen des Körpers ab der 16. SSW

Im Allgemeinen wird diese Phase der Schwangerschaft auch als Flitterwochenphase bezeichnet, da du von nun an merkst, dass dein Schlaf ruhiger und erholsamer ist als noch in den Wochen zuvor. Dein Bauch wächst und wenn du zu Beginn deiner Schwangerschaft Normalgewicht hattest, wirst du wahrscheinlich zwischen 2 bis 5 Kilo bis zum Ende der 16. SSW zugenommen haben.

Außerdem werden deine Gebärmutter, die nun so groß wie ein Handball ist, und somit auch dein Bauch stets härter, um dadurch dem ungeborenen Baby in deinem Bäuchlein Schutz zu gewähren. Deine voller werdenden Brüste produzieren nun vollständig die sogenannte Vormilch, auch Kolostralmilch genannt (siehe: 13. SSW) und bereiten sich auf das zukünftige Stillen oder Milch-Abpumpen vor.

Es wird also aus körperlicher Hinsicht immer deutlicher, dass du bald Mama wirst. Jede schwangere Frau geht damit allerdings anders um. Deshalb gibt es leider auch kein umfassendes Erfolgsrezept, wie du persönlich am besten mit diesen vielen Entwicklungen und physischen Belastungen, wie beispielsweise der Gewichtszunahme oder dem dicker und härter werdenden Bauch, umgehen sollst.

Aus diesem Grund können die körperlichen Veränderungen während der Schwangerschaft für viele Schwangere frustrierend sein. Dabei kann es helfen, mit einem Arzt darüber zu sprechen oder sich mit Frauen auszutauschen, die diese emotionale Zeit der Schwangerschaft bereits hinter sich haben. Generell ist es hilfreich, sich nicht zurückzuziehen, sondern aktiv mit vertrauten Personen über Gefühle aller Art zu sprechen.

 

Entwicklungen des Babys ab der 16. SSW

Dein ungeborenes Kindchen ist nun vom Scheitel bis zum Steiß circa 9,4 cm lang, besitzt also etwa die Größe einer Avocado, und hat ein Gewicht von ca. 90 g. Es wird nun aktiver und wird sich mehr und mehr bewegen, was du meistens ab dieser Woche auch spüren kannst. Auch außenstehende Personen, die ihre Hand auf deinen schönen Babybauch legen, können nun mit viel Glück diese leichten Bewegungen von außen spüren.

Die Entwicklung der Herz-Kreislauf- und Harnsysteme des Babys ist nun in einem fortgeschrittenen Stadium und auch die Proportion zwischen Kopf und Körper wirkt in der 16. SSW schon viel menschlicher. Augen und Ohren haben nun ihre Endposition im Gesicht des Babys erreicht und der Kopf selbst wird auch immer aufrechter gehalten und nicht mehr, wie in den Wochen zuvor, nach vorne abgewinkelt.

Auch die Beine des Babys werden immer definierter. Dein ungeborenes Baby kann nun Geräusche von außen wahrnehmen und es lernt deine Stimme kennen, so dass es schließlich merkt, dass du seine Mama bist. Bei weiblichen Föten werden über tausende von Eiern in den Eierstöcken angelegt. Bei männlichen Föten erkennt man möglicherweise schon einen kleinen genitalen Fortsatz, der sich im Laufe der Zeit zu einem Penis entwickelt.

Sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Föten entsteht der individuelle Fingerabdruck an den kleinen Händchen und Fingerchen. Wenn du Glück hast und dein Baby beim Ultraschall nicht gerade eine Turnübung macht oder sich einrollt, dann erkennst du in dieser Woche das Geschlecht deines kleinen Nachwuchses auf dem Bild des Ultraschalls. Für dich sind dies wunderschöne Informationen, für dein Baby beginnt jetzt allerdings eine sehr anstrengende Zeit, da es zu einem regelrechten Wachstumsmarathon ansetzt.

Außerdem kannst du die niedliche Mimik deines Babys immer deutlicher auf dem Ultraschallbild sehen und eigene Gesichtsmerkmale in dem Gesichtchen deines ungeborenen Kindes versuchen zu erkennen.

 

Gefühlschaos in der Schwangerschaft und Bewältigung dieser Emotionen in der 16. SSW

Auch wenn du dich körperlich wie eine normale Schwangere entwickelst und dein Kind in deinem Bäuchlein wächst und gedeiht und eigentlich kein Anlass zur Sorge besteht, so kann es zwischendurch vorkommen, dass du dich trotzdem schlecht fühlst. Dies müssen keine typischen Schwangerschaftsbeschwerden, wie zum Beispiel Rückenschmerzen oder Bauchschmerzen, sein, sondern es können auch Beschwerden psychischer Ursache sein.

Bei körperlichen Schmerzen, die in verschiedener Ausprägung beinahe alle Schwangeren betreffen, gibt es reichlich Informationen sowie Tipps und Ticks zur Linderung. Doch bei psychischen Belastungen während der Schwangerschaft so wie in der 16. SSW gibt es keine allgemein gültige Anleitung zur Milderung der emotionalen Symptome. Dabei gehören leichte bis mittelstarke Stimmungsschwankungen zur Schwangerschaft einfach dazu.

In einem Moment bist du so glücklich, dass du die ganze Welt umarmen könntest und im nächsten Augenblick bringen dich alltägliche Missgeschicke oder Situationen, wie beispielsweise ein abgelaufener Joghurt, zum Weinen. Das ist völlig normal und wird hauptsächlich durch die übermäßige Hormonproduktion während der Schwangerschaft und später während der Stillzeit verursacht.

Aber auch die physischen Veränderungen an deinem Körper und die Müdigkeit, die meist mit der Schwangerschaft einhergehen, können zu dieser emotionalen Achterbahnfahrt in der 16. SSW führen. Gönn’ dir viel Ruhe und hör’ auf die Anzeichen deines Körpers und sobald du dich schlapp und träge fühlst, solltest du dich rechtzeitig zur Erholung hinlegen und dich zum Beispiel im Bett mit einer warmen Tasse Tee entspannen.

Falls du aber nicht nur hin und wieder launenhaft bist, sondern fast täglich depressiv verstimmt, ängstlich und voller Sorgen bist und dir jedes Lachen schwerfällt, dann ist es Zeit, sich professionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu suchen.

Dies kann heutzutage aufgrund der starken Nachfrage nach Psychotherapeuten einige Zeit in Anspruch nehmen, deshalb ist es umso wichtiger, dass du die Anzeichen einer potentiellen Schwangerschaftsdepression rechtzeitig erkennst, um schnellstmöglich einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen.

Doch woran erkennt man, dass es nicht nur eine schwangerschaftstypische Launenhaftigkeit, sondern eine Depression ist? Die folgenden Anzeichen sind lediglich Anhaltspunkte und ersetzen keineswegs eine professionelle Beurteilung, aber sie können dir einen groben Hinweis liefern, ob du eventuell von einer Depression in der 16. SSW betroffen bist.

Falls du Schwierigkeiten hast, dich zu konzentrieren, du ständig Angst verspürst, unter extremer, andauernder Mattheit, Appetitlosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, extremer Reizbarkeit leidest und dich außerdem weinerlich sowie hilflos fühlst, und unter Schlafproblemen leidest, dann ist es auf jeden Fall eine Überlegung wert, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Eine rechtzeitige Inanspruchnahme professioneller Hilfe ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Beweis deines Mutes, dich deinen Problemen zu stellen. Es zeigt außerdem, dass du für dich als werdende Mutter und für dein ungeborenes Baby das Beste tust und tatkräftig Verantwortung übernimmst. Des Weiteren reduziert eine rechtzeitige Therapie während der Schwangerschaft das Risiko, nach der Geburt in eine schwere postnatale Depression zu verfallen, wie es nach einer unbehandelten Depression während der Schwangerschaft oft der Fall ist.

Wichtig ist, wenn du als depressiv eingestuft worden bist, dass du dir eine stabile Struktur in deinem Umfeld beibehältst und deine engsten Vertrauten bittest, dich stets zu unterstützen. Auf diese Art und Weise wird es möglich sein, dass du eine weitestgehend normale Schwangerschaft hast und eine relative stabile Zeit nach der Geburt erlebst und eventuell wieder Freude an dem Dasein als werdende Mama und frischgebackene Mutter findest.

Im Gegensatz zu einer tatsächlich diagnostizierten Depression sind gelegentliche Stimmungsschwankungen in der 16. SSW wie gesagt eine gewöhnliche Begleiterscheinung bei Schwangerschaften und kein Grund zur Sorge. Falls du merkst oder dich dein Umfeld darauf aufmerksam macht, dass du öfter launisch bist, kann es helfen, über die Ursachen, mögen sie noch so lächerlich sein, zu sprechen.

Versuche auch mal, die ganze Situation aus einem humorvollen Blickwinkel aus zu sehen und Witze darüber zu machen – das lockert die Stimmung und bringt dich und deine Familie, Freunde und deinen Partner vielleicht wieder zum Lachen. Bei anhaltender Launenhaftigkeit kann auch Ablenkung in Form von Bewegung Wunder wirken: Geh’ raus an die frische Luft, spazier’ durch grüne Wiesen oder durch deinen Lieblingspark oder mach eine Runde Yoga, um wieder klare Gedanken fassen und deine Gefühle wieder ordnen zu können. Auch eine Portion Schlaf kann gegen wechselnde Stimmungen helfen.

 

Schlafgewohnheiten ab der 16. SSW

Die nächtliche Unruhe und die nervigen Schlafschwierigkeiten tagsüber, die dich vielleicht in den Wochen zuvor geplagt haben, vergehen von Woche zu Woche. Langsam solltest du allerdings anfangen, dich daran zu gewöhnen, auf der Seite zu schlafen, da das in den späteren Monaten die beste Schlafposition für dich und dein ungeborenes Baby sein wird.

Während in den frühen Wochen geraten wird auf dem Rücken zu schlafen, ist in der späteren Phase der Schwangerschaft eine seitliche Schlafposition optimal. So minimierst du den Druck auf deinen Bauch sowie auf deine Wirbelsäule und optimierst die Nährstoffzufuhr für das Ungeborene.

Um dich an diese Schlafposition zu gewöhnen, kann es helfen, Kissen an oder unter deinen Rücken zu legen oder dir bereits jetzt ein Schwangerschaftskissen zu besorgen, welches sich bei der seitlichen Schlafposition an deinen Körper anschmiegt.

 

Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche während der 16. SSW

Zwar schläfst du im zweiten Trimester wieder etwas besser, aber eventuell macht sich nun eine latente Vergesslichkeit im Alltag bei dir bemerkbar. Dies ist in der Schwangerschaft vollkommen normal und kann auch noch während der Stillzeit weiter bestehen bleiben. Auch das Symptom, dass du dich nur schwer konzentrieren kannst, ist normal.

Lass’ dich also nicht beunruhigen, wenn du zum 10. Mal schauen musst, ob der Herd nun auch wirklich ausgeschaltet oder das Auto abgeschlossen ist. In dieser turbulenten Zeit ist es ganz normal, dass du etwas länger brauchst, um dich gedanklich zu sortieren. Das liegt an dem großen physischen und emotionalen Prozess in deinen Körper, da die Größe des Gehirns einer Schwangeren aufgrund der Hormonumstellung während dieser Zeit etwas kleiner wird (Stichwort Schwangerschaftsdemenz).

Es kann helfen To-Do-Listen zu führen und immer ein kleines Notizbuch bei sich zu tragen, damit man sich alle wichtigen Dinge notieren und somit besser merken kann. Auch das Lösen von Sudoku oder von Kreuzworträtseln kann dir helfen, dich besser zu konzentrieren. Solange du nicht vergisst, dass du schwanger bist und dass du stets auf dich und das Ungeborene Acht geben solltest, ist alles in Ordnung und du kannst deine Schwangerschaft trotz kleiner Gedächtnislücken weiterhin genießen.

nach oben

Die Woche davor: 15. SSW

Die Woche danach: 17. SSW